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Max Bruch
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Max Bruch (* 6. Januar 1838 in KĂśln; â 2. Oktober 1920 in Berlin) war ein deutscher Komponist und Dirigent. Zu seinen weiteren Vornamen finden sich zwei verschiedene Angaben: Maximilian Christian Friedrichcite-ref-1[1] sowie Max Karl August.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Bruch ist vor allem fĂźr sein 1. Violinkonzert und die Schottische Fantasie bekannt.
Contents
⢠Leben
⢠Herkunft
⢠Kompositionsstil
⢠Ehrungen
⢠Mitgliedschaften
⢠Werke
⢠Orchesterwerke
⢠Vokalmusik
⢠Kammermusik
⢠Klaviermusik
⢠Orgelwerke
⢠Verschiedenes
⢠Literatur
⢠Dokumente
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Herkunft
Die Vorfahren von Max Bruch lassen sich bis zu Thomas Bruch, einem 1560 in SaarbrĂźcken geborenen Katholiken zurĂźckverfolgen, der zum Protestantismus konvertierte.cite-ref-4[4] Max Bruchs GroĂvater, Christian Gottlieb Bruch (1771â1836), studierte Theologie und kam als Superintendent nach KĂśln. Sein ältester Sohn, August Carl Friedrich (1799â1861), der Vater des Komponisten, studierte Jura und wurde nach einigen Jahren als Anwalt in Berlin KĂśniglicher Polizeirat und stellvertretender Polizeipräsident in KĂśln. Dessen Frau, Wilhelmine Bruch, geb. Almenräder (1799â1867), war Sängerin und stammte aus einer ursprĂźnglich im Bergischen Land beheimateten Musikerfamilie. Max Bruch und seine Frau Clara, eine Sängerin, hatten drei SĂśhne, darunter den Maler Hans Bruch (1887â1913), und eine Tochter, die Schriftstellerin Margarete Bruch (1882â1963).
Kindheit (1838â1847)
Max Bruch wurde am 6. Januar, dem DreikĂśnigstag des Jahres 1838, im Richmodis-Haus in KĂśln geboren. Eine Plakette am wiederaufgebauten Turm in der RichmodstraĂe am Neumarkt trägt folgende Inschrift: âGeburtsstätte des rheinischen Tondichters und Sängers Max Bruch â 6. Januar 1838â.cite-ref-5[5] Warum Bruch auch als Sänger beschrieben wird, ist unklar.
Bruch charakterisiert seinen Vater in seinen Jugenderinnerungen als einen pflichtbewussten und gewissenhaften Beamten, der sich aber wohlwollend und hilfsbereit zeigte, wo er nur konnte.cite-ref-kuj-6-0[6] Er fĂźgt im selben Artikel noch eine vor allem fĂźr die musikalische Nachwelt interessante Anekdote Ăźber einen kleinen beweglichen Geschäftsmann ein, der eines Tages in der Amtsstube seines Vaters erschien, seinen Sohn vorstellte und diesen als groĂes Talent am Cello pries â bei dem Jungen handelte es sich um den späteren Operetten-Komponisten Jacques Offenbach.cite-ref-kuj-6-1[6] Seinen ersten Musik- und Klavierunterricht erhielt Bruch von der Mutter. In seinen Jugenderinnerungen beschreibt er sie als musikalische Frau mit einer guten Sopranstimme, die dann aber ihre Stimme verlor und sich daher auf den Gesangsunterricht beschränken musste.cite-ref-kuj-6-2[6] Mit seiner Schwester Mathilde, genannt Till, verband ihn ein enges Verhältnis, da, wie er schreibt, keine weiteren Geschwister vorhanden waren. Bruch beschreibt, wie viel sie miteinander unternahmen und besprachen, und lobt ihren Sinn fĂźr Form und melodische SchĂśnheit sowie ihren scharfen und logischen Verstand.cite-ref-kuj-6-3[6]
Zwischen seinem 7. und 10. Lebensjahr entwickelte Bruch ein Talent zum Malen, weshalb ihn seine Verwandten auch den âzweiten Raffaelâ nannten.cite-ref-fifield-17-7-0[7] Zur Ăbung kopierte er von ihm verehrte Werke wie Die Landung des Ferdinand Cortez an der KĂźste von Mexiko, Die Himmelfahrt des Elias, Der heilige Bonifacius die heilige Eiche von Hessen fällend und andere, die ihm als Illustrationen aus KinderbĂźchern, Bibeln und Studien zur Weltgeschichte bekannt waren.
Jugend (1848â1857)
Im Alter von neun Jahren schrieb er seine erste Komposition, ein Lied zum Geburtstag der Mutter.cite-ref-fifield-17-7-1[7] Von da an war die Musik seine Passion, die von seinen Eltern nach Kräften gefÜrdert wurde. So entstanden in einem plÜtzlichen kreativen Ausbruch viele kleine Werke wie Motetten, Psalmvertonungen, Klavierstßcke, Violinsonaten, ein Streichquartett und sogar Orchesterwerke wie die Ouvertßre zu einer geplanten Oper Jungfrau von OrlÊans. Nur wenige dieser Jugendwerke sind ßberliefert.
Im Jahr 1968 tauchte im Nachlass der Witwe von Max Bruchs ältestem Sohn Max Felix eine frĂźhe Komposition aus dieser Zeit auf, und zwar das auf den 28. August 1849 datierte Septett Es-Dur. Die Datierung â der 100. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe â lässt eine Entstehung des Septetts als Hommage an den von Bruch verehrten Dichter vermuten.cite-ref-fifield-17-7-2[7]
Den ersten musiktheoretischen Unterricht erhielt Bruch 1849 in Bonn von Professor Heinrich Carl Breidenstein, einem Freund seines Vaters.cite-ref-8[8] Zu dieser Zeit kam er auch das erste Mal auf den Igeler Hof, einem Gut in Bergisch Gladbach, auf dem er einen GroĂteil seiner Musik schrieb. Der Hof gehĂśrte dem Rechtsanwalt und Notar NeiĂen, der ihn mit seiner unverheirateten Schwester ThĂŠrèse bewohnte. Später wurde das Gut von der Familie Zanders gekauft, die eine groĂe Papierfabrik besaĂ. Auf Wanderungen und Postkutschfahrten dorthin wurde der Junge von seinem Vater in franzĂśsischer und englischer Konversation unterwiesen.cite-ref-9[9] In den späteren Jahren gab ihm Maria Zanders als enge Freundin und Mäzenin die geeignete Umgebung fĂźr sein Schaffen in der Villa Zanders.cite-ref-10[10]cite-ref-fifield-88-104-11-0[11] Zusätzlich erhielt Max Bruch Privatunterricht von Lehrern vom KĂślner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium.
Auch der kritische Blick des aufgeweckten Jungen wurde schon frĂźh durch die Familie geschult. In einem Brief an seine Mutter Ăźber eine Kaffeeeinladung an den Igeler Hof bei der befreundeten Familie Weber schreibt er sehr differenziert Ăźber die dort dargebotenen MusikstĂźcke.cite-ref-brief-12-0[12] Im gleichen Brief berichtet er auch vom Gang seiner Studien und wie er sich Ăźber die Komposition einer Fuge den Kopf zerbrach, die er nachmittags in der Violinstunde Professor Breidenstein vorlegte, der die Fuge gar nicht so schlecht fand.cite-ref-brief-12-1[12]
Als Elfjähriger trat er mit grĂśĂeren Kompositionen an die Ăffentlichkeit. Im März 1852 wurde seine erste Sinfonie f-Moll durch die Philharmonische Gesellschaft in KĂśln aufgefĂźhrt. Mit einem Streichquartett gewann er 1852 ein Vierjahresstipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung. Dieses Stipendium erlaubte ihm von 1853 bis 1857 ein Kompositionsstudium bei Ferdinand Hiller und Klavierstudien bei Carl Reinecke und Ferdinand Breunung in KĂśln.
Hiller hatte den jungen Bruch bereits 1850 kennengelernt, was ein Tagebucheintrag vom 8. April belegt: âBesuch von Bruch und Sohnâ.cite-ref-13[13] Er berichtet weiter von einer Sonate zu vier Händen, die Max ihm brachte. In den folgenden Jahren hĂśrte er mehrere StĂźcke des jungen Talents, so âzum Geburtstag der Mutter ein Streichquartett vom Sohnâ, 1851 ein Trio, eine Motette und eine Sonate. Am 30. November 1852 hĂśrte er schlieĂlich bei einem der zahlreichen Besuche im Elternhaus eine âSonate mit Violineâ und ein Klavierquintett.
Mittlerweile hatte Hiller sich bei der Mozartstiftung in Frankfurt fĂźr ein Stipendium fĂźr Max eingesetzt, wofĂźr ihm der Junge in einem Brief dankte und unter anderem auf Hillers konstruktive Hilfe bei Bruchs frĂźheren Streichquartetten einging.cite-ref-14[14] Die Stiftung bat Hiller auch ausdrĂźcklich darum, âden neuen Mozart-ZĂśgling zu einem wackeren Musiker und Tondichter heranzubildenâ.
Bereits am 12. März 1852 erschien in der Rheinischen Musikzeitung ein Artikel Ăźber Max, in dem man ihn mit Mozart und Mendelssohn verglich. Beschrieben wird er als âein lieber, offener, munterer, kindlich unbefangener Knabe, der, obwohl er nur in TĂśnen lebt und webt, nichtsdestoweniger auch fĂźr andere Gegenstände Geschick und Befähigung zeigtâcite-ref-15[15]. Am Ende des Artikels gibt man ihm die besten WĂźnsche mit auf den Weg:
âMĂśge er muthig auf der begonnenen Bahn vorwärts schreiten, der Kunst nur um ihrer selbst willen als der hehren heiligen GĂśttin dienen und sein Ziel nur in der Erreichung des HĂśchsten und Besten finden! Dazu wĂźnschen wir ihm von ganzem Herzen des Himmels besten Segen!â
â
"Rheinische Musikzeitung", 12. März 1852
Hiller hielt groĂe StĂźcke auf Bruch und widmete seiner Arbeit mehr Aufmerksamkeit als der seiner anderen SchĂźler. In seinen TagebĂźchern sind die meisten von Bruchs unverĂśffentlichten FrĂźhwerken sowie seine ersten publizierten Kompositionen erwähnt. Auch war er maĂgeblich an der Drucklegung des op. 1, der Oper Scherz, List und Rache nach einer Vorlage von Goethe, seines SchĂźlers beteiligt, indem er einerseits Empfehlungen aussprach und andererseits eine Subskriptionsliste in KĂśln unter Musikliebhabern und Freunden zirkulieren lieĂ.cite-ref-16[16] Diese Liste war innerhalb von wenigen Tagen gezeichnet und ermĂśglichte so 1857 die VerĂśffentlichung von Scherz, List und Rache beim Verlag Senff in Leipzig. Die Oper handelt von dem Ehepaar Scapin und Scapine, das um sein Erspartes gebracht wird und es durch Anwendung einer List zurĂźckerlangt.
Schaffensjahre (ab 1858)
Auf Anraten seines Lehrers Hiller ging Max Bruch im Jahr 1858 nach Leipzig, um dort seine musikalischen Studien fortzusetzen.cite-ref-17[17] Dort traf er Ignaz Moscheles, Ferdinand David und Moritz Hauptmann. Zudem knßpfte er erste Kontakte zu Breitkopf & Härtel und brachte erste Werke zur VerÜffentlichung oder zur Auffßhrung. Zu diesen gehÜrte das Jubilate op. 3, ein kurzes Werk fßr Solosopran, Chor und Orchestercite-ref-18[18], von dem sich der Musikkritiker Ludwig Bischoff begeistert zeigtecite-ref-19[19]. Zu den weiteren Kompositionen dieser Zeit zählen Die Birken und die Erlen op. 8cite-ref-20[20], die Drei Duette op. 4cite-ref-21[21], das Trio op. 5 in c-moll fßr Klavier, Violine und Violoncellocite-ref-22[22], die zwei Streichquartette op. 9 und op. 10cite-ref-fifield-28-23-0[23] sowie seine letzten Soloklavierwerkecite-ref-fifield-28-23-1[23], und zwar die Fantasie fßr zwei Klaviere op. 11cite-ref-24[24], die Sechs Klavierstßcke op. 12 (Bruchs Cousine Bertha Krupp gewidmet)cite-ref-25[25] und die Zwei Klavierstßcke op. 14.
Nach seiner RĂźckkehr aus Leipzig im Jahr 1859 unterbrach Bruch seine musikalischen Studien und begann, an der Universität Bonn Philosophie, Kunst und Architektur zu studieren.cite-ref-26[26] Da er durch Privatunterricht kein formelles Abitur nachweisen konnte, wurde er Ăźber Empfehlungsschreiben von Professor Hoss, dem stellvertretenden Direktor des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums sowie â wohl durch Vermittlung seines Vaters August Bruch â von der Polizei an der Universität immatrikuliert. Bruchs Zeit an der Universität währte nicht lange; seine Akte wurde am 6. Dezember 1859 geschlossen.cite-ref-fifield-30-27-0[27] Bleibenden Eindruck hinterlieĂen bei Bruch die Vorlesungen bei Kunsthistoriker Anton Springer Ăźber die Kunstgeschichte des Rheinlandes; Bruch bewahrte das Heft mit den Notizen Ăźber die von Springer und den Studenten durchgefĂźhrten Besuche von KĂślner Kirchen und Krypten auf.
Im Jahr 1861 starb Max Bruchs Vater.cite-ref-fifield-30-27-1[27] GlĂźcklicherweise waren Bruchs Mutter und Schwester Ăźber den Essener Industriellen Alfred Krupp, mit dem die Familie Bruch Ăźber Max Bruchs Cousine Bertha Krupp verwandt war, finanziell versorgt, sodass Max Bruch sich nun in Metropolen wie Berlin, Dresden, Leipzig, Wien und MĂźnchen musikalisch weiterbilden konnte.cite-ref-fifield-30-27-2[27]
Seine erste Zwischenstation war Berlin.cite-ref-28[28] Aus dieser Zeit ist eine rege Korrespondenz seiner Mutter mit mßtterlichen Ratschlägen erhalten. Am 18. November 1861 kam er in Leipzig an, wo er Musiker wie Carl Reinecke, Ferdinand David und Ignaz Moscheles wiedertraf, Konzerte besuchte sowie eigene Kompositionen probte.cite-ref-29[29]
Die Loreley und Frithjof
Im Jahr 1862 erfuhr Bruchs Karriere in Mannheim, wohin er Ăźbergesiedelt war, eine entscheidende Wende mit der Komposition der Oper Die Loreley op. 16 Ăźber Graf Otto, der ein UnglĂźck heraufbeschwĂśrt, weil er kurz vor seiner Hochzeit mit Bertha, Gräfin von Stahleck, steht, sich aber leidenschaftlich in das Bauernmädchen Lenore verliebt.cite-ref-30[30] Bruch vertonte eine Dichtung von Emanuel Geibel, die zunächst fĂźr Felix Mendelssohn Bartholdy bestimmt war, der sich jedoch unzufrieden mit Geibels Text zeigte. Zunächst verbot Geibel eine AuffĂźhrung von Bruchs Vertonung mit Hinweis auf das geltende Urheberrecht, änderte aber seine Meinung nach Vermittlung durch Graf Ludwig von Stainlein im Januar 1862. Die Oper wurde bei ihrer Mannheimer UrauffĂźhrung am 14. Juni 1863 gut aufgenommen und mit Rotterdam und Prag auch im Ausland gespielt. DreiĂig Jahre später fand die Oper in Hans Pfitzner einen Verfechter, der sie im Jahr 1916 als Musikdirektor des Opernhauses in StraĂburg wieder auf die BĂźhne brachte.
Nach der Komposition von Die Loreley wandte sich Bruch ausschlieĂlich der Vokalmusik zu.cite-ref-31[31] So wurde er von George Thomson, Sekretär des Board of Trustees for the Encouragement of Arts and Manufactures in Scotland sowie seinem neuen Mentor Vinzenz Lachner dazu ermuntert, zwĂślf Originalmelodien aus der von James Johnson zusammengestellten Sammlung The Scots Musical Museum (Edinburgh 1787â1803) mit seiner Begleitung zu versehen.cite-ref-32[32]
Nach der VerÜffentlichung einiger Vokalwerke wie der Zehn Lieder op. 17, der Kantate Flucht der heiligen Familie op. 20 und dem Gesang der heiligen drei KÜnige op. 21cite-ref-33[33] dirigierte Bruch am 20. November 1864 in Aachen mit dem Männergesangverein Concordia, Solisten und Orchester die Urauffßhrung der Kantate Frithjof op. 23.cite-ref-34[34] Die Kantate beruht auf einem Epos des schwedischen Dichters Esaias TegnÊr basierend auf einer isländischen Sage aus dem 13. Jahrhundert und handelt von KÜnig Helge, der mit Frithjof, dem Verlobten seiner Schwester Ingeborg, in Konflikt gerät. Das Werk vermehrte schlagartig Bruchs Ansehen.
Der Erfolg mit Frithjof veranlasste Bruch, sich nach einer Festanstellung umzusehen.cite-ref-35[35] Zu seinen grĂśĂten diesbezĂźglichen Enttäuschungen dieser Zeit gehĂśrte seine Bewerbung beim Concordia-Chor und -Orchester, die â obwohl Bruch bei Clara Schumann, Rudolf von Beckerath, Ludwig Bischoff und Franz Lachner um FĂźrsprache bat â scheiterte.cite-ref-36[36]
Koblenz (1865â1867) und Erstes Violinkonzert
Im Jahr 1865 bekam Max Bruch in Koblenz unter der musikinteressierten KĂśnigin Augusta von PreuĂen den Posten des âDirector des KĂśniglichen Musikinstituts und der Koblenzer Abonnementskonzerteâ.cite-ref-37[37] Dort setzte er unter ausfĂźhrlicher Beratung durch den Geiger Joseph Joachim die Arbeit an seinem im Sommer 1864 begonnenen Ersten Violinkonzert fort.cite-ref-38[38] Die UrauffĂźhrung des Konzerts in seiner heutigen Fassung fand am 7. Januar 1868 statt, als Bruch Koblenz bereits verlassen und seine Stelle in Sondershausen angetreten hatte. Der Ăźberragende Erfolg des Werks entwickelte sich fĂźr Bruch mit der Zeit zum Ărgernis, da er auf das Violinkonzert reduziert wurde, das seine seiner Meinung nach ebenbĂźrtigen anderen Werke in den Schatten zu stellen drohte. Im Gegensatz dazu hielt sich der finanzielle Ertrag des Konzerts fĂźr Bruch in Grenzen, da er es fĂźr ein einmaliges Honorar in HĂśhe von 250 Talern an den Verleger Cranz verkauft hatte. Ab April 1920 war der Verbleib der Konzertpartitur unbekannt, sie tauchte erst im Jahr 1968 wieder auf.
Am 6. April 1867 starb Bruchs Mutter.cite-ref-39[39] Obwohl er sofort von Koblenz nach KĂśln reiste, war es ihm nicht mehr mĂśglich, ihr im Moment des Todes beizustehen.
Gegen Ende seiner Zeit in Koblenz war Bruch um 1867 mit einer gewissen, allem Anschein nach in Koblenz lebenden Emma Landau verlobt, Ăźber die nicht viel bekannt ist.cite-ref-40[40] Wie Bruch aus BrĂźssel an von Beckerath schrieb, lĂśste sie die Verlobung jedoch wieder auf.cite-ref-41[41] Wie Bruch Ende August 1871 an Laura von Beckerath schrieb, traf er Emma Landau noch zweimal, bevor sie aus seinem Leben verschwand, hatte dabei aber keine Gelegenheit, alleine mit ihr zu reden.
Sondershausen (1867â1870)
Im Juni 1867 trat Bruch nach einer Phase des ZĂśgerns eine neue Stelle als fĂźrstlicher Hofkapellmeister in Sondershausen an. Auch wenn Clara Schumann ihm riet, lieber nach einer Stelle in einer groĂen Stadt zu suchen, lockte ihn die MĂśglichkeit, mit einem guten Orchester arbeiten zu kĂśnnen, nach Sondershausen.cite-ref-42[42] Bedingt durch den Tod der Mutter und Bruchs Wechsel nach Sondershausen, entschloss sich Schwester Mathilde, zu ihrem Bruder zu ziehen, ihm den Haushalt zu fĂźhren und ihn in kĂźnstlerischen Angelegenheiten zu unterstĂźtzen.
In Sondershausen vollendete und verÜffentlichte Bruch seine in Koblenz begonnene Erste Sinfonie, die am 26. Juli 1868 in Sondershausen unter Bruch als Dirigent uraufgefßhrt wurde.cite-ref-43[43] Drei frßhere Sinfonien aus den Jahren 1852, 1853 und 1861 aus Bruchs Lehrzeit bei Ferdinand Hiller sind verschollen. In den sechs Monaten nach der erfolgreichen Urauffßhrung wurden weitere Auffßhrungen in Städten wie Leipzig, Dresden, Wien und Hamburg gegeben oder zumindest geplant.cite-ref-44[44] Kurz vor Vollendung der Sinfonie entstand Frithjof auf seines Vaters Grabhßgel op. 27, eine Art Nachwort zur Frithjof-Kantate op. 23.cite-ref-45[45]
In seiner Sondershausener Zeit zog es Bruch wieder verstärkt zum Igeler Hof in Bergisch Gladbach, den er aus seiner Jugendzeit kannte.cite-ref-46[46] In den zehn Jahren nach dem fßr Bruch schmerzlichen Tod der Hofbesitzerin Katherina Therèse Neissen war der Hof fßr Bruch ein Ort schmerzvoller Erinnerung. Nun entstand ab 1870 eine intensive und tiefe Freundschaft mit der neuen Besitzerin, der 31-jährigen Witwe Maria Zanders, die sich um ihre Kinder kßmmerte, mehrere Papiermßhlen in der Gegend betrieb, am 25. September 1885 den Cäcilien-Chor grßndete und sich fßr den Wiederaufbau und die Restaurierung des Altenberger Doms einsetzte. Bruch reagierte erschßttert auf ihren Tod am 6. Dezember 1904. Wie es scheint, hat Bruch zwischen 1859 und 1888 in der Villa Zanders ßbernachtet und tagsßber am Igeler Hof gearbeitet. Ein letztes Mal besuchte er den Hof im Sommer 1909 und konnte ihn krankheits- und altersbedingt nicht mehr aufsuchen. Im Jahr 1918 wurde er zu seinem 80. Geburtstag zum Ehrenbßrger von Bergisch Gladbach ernannt sowie im Jahr 1935 mit einem Denkmal geehrt.
Der Erfolg seiner Ersten Sinfonie ermutigte Bruch zur Komposition einer weiteren Sinfonie, der späteren Zweiten Sinfonie f-moll op. 36. Bis zu deren Vollendung zwei Jahre später komponierte oder vollendete er Chorwerke wie Rorate coeli op. 29, Die Priesterin der Isis in Rom op. 30, Die Flucht nach Ăgypten op. 31 Nr. 1, Morgenstunde op 30 Nr. 2, Normannenzug op. 32, Vier Lieder op. 33, RĂśmische Leichenfeier op. 34 und die Messensätze op. 35.cite-ref-47[47]
Das Jahr 1870 bedeutete fßr Bruch mehrere Wendepunkte. Zum einen musikalisch unabhängig von seinem Lehrer Hiller geworden, wurde er andererseits einem deutlich breiteren Publikum bekannt, indem er seine Werke beim Musikverleger Fritz Simrock verÜffentlichte. Zu diesen gehÜrte auch die im Sommer 1870 vollendete Zweite Sinfonie.cite-ref-48[48] Es folgten die Chorwerke Das Lied vom deutschen Kaiser op. 37, Fßnf Lieder op. 38 und Dithyrambe op. 39.cite-ref-49[49]
In diese Zeit fällt anscheinend auch ein Liebesverhältnis mit einer Sängerin namens Anna Strauss, das aber ein Ende nahm, als diese sich mit einem Musikdirektor Walter in Basel verlobte.cite-ref-50[50]
Ebenfalls im Jahr 1870 erwog Bruch, seine Stelle in Sondershausen aufzugeben.cite-ref-51[51] Trotz seiner Sympathien fĂźr die Prinzessin und ihre Familie kam er immer schwerer mit der BĂźrokratie des Hofes zurecht, andererseits ermutigte ihn der Erfolg seiner Kompositionen, als freischaffender Komponist nach Berlin zu gehen. Nachdem Bruch gekĂźndigt hatte, spielte Johannes Brahms mit dem Gedanken, die frei gewordene Stelle in Sondershausen anzutreten und bat Bruch um Detailinformationen, ging dann aber stattdessen nach Wien.
Berlin (1870â1873)
Nach Bruchs Ankunft in Berlincite-ref-52[52] schrieb sein Freund Rudolf von Beckerath fĂźr das Musikalische Wochenblatt einen Artikel Ăźber Bruchs Leben und Werk. Dieser half mit umfangreichen Informationen aus.cite-ref-53[53]
Zugleich nahm er sein nächstes Projekt, die Oper Hermione, in Angriff.cite-ref-54[54] Die auf William Shakespeares Schauspiel Das Wintermärchen basierende Oper mit einem Libretto von Emil Hopffer wurde am 21. März 1872 in Berlin uraufgefĂźhrt und eher mäĂig aufgenommen. Sein nächstes Projekt war das weltliche Oratorium Odysseus unter Zusammenarbeit mit dem Dichter Wilhelm Paul Graff.cite-ref-55[55] Dieses Werk fand eine deutlich bessere Resonanz bei Kritik und Publikum als die vorangegangene Oper. Bruchs Ruhm in England, wo er bereits durch sein Erstes Violinkonzert bekannt war, wurde durch seine Chorwerke noch verstärkt.
Bonn (1873â1878)
Der Misserfolg von Hermione â Bruch vermutete den Grund darin, dass in Berlin nur Wagner und Brahms gehĂśrt wurden â veranlasste Bruch im Jahr 1873, Berlin zu verlassen und mit Schwester Mathilde nach Bonn zu gehen.cite-ref-56[56] Hier lernte der 35-jährige Bruch die 19-jährige Amalie Lally Heydweiler lernen und verlobte sich mit ihr. Amalies Mutter â der Vater war bereits verstorben â legte Wert auf einen Schwiegersohn mit geregeltem Einkommen. Aufgrund des mäĂigen Erfolges seiner letzten Kompositionen konnte Verleger Simrock ihm diesbezĂźglich keine LĂśsung anbieten. Da Amalie zudem Erbin eines beträchtlichen VermĂśgens war, wurde Bruch mĂśglicherweise auch als potentieller Mitgiftjäger angesehen. Nach halbherzigen Versuchen seinerseits, sich um eine Stelle zu bewerben und viel Auf und Ab in der Beziehung beendete er diese an Ostern 1874.
In musikalischer Hinsicht entstand die Romanze op. 42, die Bruch ursprĂźnglich als Violinkonzert geplant hatte, es dann aber beim ersten Satz, der Romanze, belieĂ.cite-ref-57[57] Ein weiteres Kompositionsprojekt war Bruchs zweites weltliches Oratorium Arminius Ăźber die Schlacht im Teutoburger Wald, das nach dem Deutsch-FranzĂśsischen Krieg und der Deutschen ReichsgrĂźndung durch Otto von Bismarck den Nerv der Zeit traf.cite-ref-58[58]
Bei AuffĂźhrungen seines Ersten Violinkonzerts in Frankfurt und Wiesbaden im Februar 1877 lernte Bruch den spanischen Geiger Pablo de Sarasate kennen.cite-ref-59[59] Im März 1877 entschloss er sich zur Komposition eines Violinkonzerts speziell fĂźr Sarasate, seines späteren Zweiten Violinkonzerts d-Moll op. 44, das mit diesem als Solist am 4. November 1877 im Londoner Crystal Palace während der Europatournee des Geigers uraufgefĂźhrt wurde. Während der Englandreise erklangen auch am 13. Oktober â ebenfalls im Crystal Palace â das Erste Violinkonzert und am 23. Oktober in Liverpool der Odysseus.
In Deutschland schmerzte Bruch die Reaktion der Bonner Zeitung auf die AuffĂźhrung des Zweiten Violinkonzerts am 15. November, die die im gleichen Konzert erklungene Erste Sinfonie von Brahms Ăźber alles lobte und Bruchs Violinkonzert praktisch ignorierte. Auch Brahms und der von dessen Sinfonie beeindruckte Musikkritiker Hans von BĂźlow äuĂerten sich kritisch Ăźber das Violinkonzert. Bruch vermutete die Existenz einer Clique, der es darum ging, Brahms zum Idol zu erheben. So nutzte er im August 1878 die Einladung, nach dem RĂźcktritt seines Freundes Julius Stockhausen die musikalische Leitung des Sternâschen Gesangsvereins in Berlin, nach Berlin zurĂźckzukehren.
Berlin (1878â1880) und Heirat
Zur Zeit von Bruchs Rßckkehr nach Berlincite-ref-60[60] entstanden seine Kantate Das Lied von der Glocke nach Friedrich Schillers gleichnamigen Gedicht.cite-ref-61[61] Das am 26. August 1879 anlässlich des Birmingham Triennial Music Festival uraufgefßhrte Werk wurde in England gut aufgenommen; ebenso freute sich Bruch ßber eine Einladung, die Kantate auch in KÜln auffßhren zu dßrfen.
In seiner Zeit in Berlin vom 1. September 1878 bis 20. Juni 1880 schrieb Bruch mit der Schottischen Fantasie op. 46 und Kol Nidrei op. 47 lediglich zwei Werke.cite-ref-62[62] Die Fantasie fĂźr die Violine mit Orchester und Harfe unter freier Benutzung schottischer Volksmelodien, so der volle Name der Schottischen Fantasie, entstand 1879/80. Sie wurde am 15. März 1883 mit Bruch als Dirigenten und ihrem Widmungsträger Sarasate als Solisten im Konzert der Liverpooler Royal Philharmonic Society in der St. Jamesâs Hall uraufgefĂźhrt. Später spielte auch Joseph Joachim das Werk trotz seiner Neigung, nur Werke zu spielen, die ihm auch gewidmet waren. Zu dieser Zeit begannen Joachims Eheprobleme, die schlieĂlich zur Scheidung fĂźhrten. Wie auch Brahms und viele andere konnte Bruch nicht verhehlen, dass er Joachims Verdacht, seine Ehefrau Amalie Joachim betrĂźge ihn mit Fritz Simrock, nicht glaubte.
Kol Nidrei fĂźr Violoncello und Orchester entstand zum GroĂteil in Liverpool. Widmungsträger war der Cellist Robert Hausmann, einer von vielen Cellisten, die Bruch lange Zeit um ein CellostĂźck gebeten hatten, das Bruchs Violinkompositionen ebenbĂźrtig wäre. Später erschienen von Kol Nidrei auch Bearbeitungen fĂźr Violine, Bratsche, Klavier und Orgel.
Am 22. August 1880 verlobte Bruch sich mit Clara Tuczek (geb. 15. Februar 1854, gest. 26. August 1919); die Hochzeit fand am 3. Januar 1881 statt.cite-ref-63[63] Jahre zuvor â im Dezember 1861 â hatte Bruch ihre Tante Leopoldine Tuczek bei ihrer Abschiedsvorstellung an der Berliner Oper gehĂśrt. Max Bruch und Clara Tuczek hatten sich auf einer Konzertreise Bruchs im Sommer 1880 kennengelernt. Clara Tuczek stammte aus einer Musikerfamilie und war Altistin; Bruch verlangte jedoch, dass sie ihre Gesangstätigkeit aufgab und Hausfrau wurde. Sie sang aber trotzdem; meistens in AuffĂźhrungen ihres Mannes. Das Ehepaar hatte vier Kinder:cite-ref-64[64]
⢠Margarethe (geb. 29. August 1882; gest. 1963 in Berlin) wurde Schriftstellerin und setzte sich leidenschaftlich fßr die Musik ihres Vaters ein.
⢠Max Felix (geb. 31. Mai 1884cite-ref-65[65], gest. 1943) gab seine Musikerlaufbahn als Klarinettist und Dirigent zweier Gesangvereine in Hamburg bald auf und wurde deutscher Vertreter einer internationalen Schallplattenfirma.
⢠Hans (geb. 18. März 1887cite-ref-fifield-214-66-0[66]; gest. 4. Juni 1913cite-ref-fifield-300-301-67-0[67]) zeigte Talent fĂźr die Malerei und starb â am Anfang einer erfolgversprechenden Karriere stehend â im Alter von 26 Jahren an einer Blutvergiftung.
⢠der jßngste Sohn Ewald (geb. 19. Mai 1890cite-ref-fifield-214-66-1[66]; gest. 1974) begann eine FÜrsterlaufbahn und ging nach dem Ersten Weltkrieg zur Polizei. Er sammelte Material aus den Hinterlassenschaften seines Vaters, die er nach seinem Tod dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität KÜln vermachte.
Nur Felix und Ewald heirateten, hatten aber keine Nachkommen, sodass die direkte Linie von Max Bruch ausstarb.
Liverpool (1880â1883)
Am 30. August 1880 trat Bruch seine neue Stelle als Direktor der Royal Philharmonic Society in Liverpool an.cite-ref-68[68] Nachdem Bruch vorher mehrmals eingeladen worden war, seine Werke in Liverpool aufzufĂźhren, wurde er nun zum Nachfolger von Julius Benedict ernannt.
Am 29. August 1882 kam mit Margarethe das erste von vier Kindern und die einzige Tochter des Ehepaares Bruch zur Welt.
Im Lauf der Zeit kam es an der Royal Philharmonic Society immer wieder zu Querelen mit dem Chor und anderen Kollegen. Daneben musste Bruch unter anderem Beschlßsse des Komitees Üffentlich vertreten, die er fßr falsch hielt. Irgendwann spielte er mit dem Gedanken, Liverpool zu verlassen und nach Edinburgh zu gehen. Es kam bereits zu einer Anfrage des jungen Komponisten und Dirigenten Frederick Corder, der sich bei Henry Sudlow, dem Schriftfßhrer der Philharmonic Society, nach einer Stellenvakanz erkundigte, weil Bruch Gerßchten zufolge gekßndigt habe oder im Begriff sei, dies zu tun.cite-ref-69[69] Nachdem sich auch die Pläne fßr Edinburgh zerschlagen hatten, unterschrieb er am 3. Januar 1883 fßr seine neue Stelle in Breslau.
Später, im Dezember 1917, schrieb er im Rßckblick in einem Artikel in der Täglichen Rundschau, er hätte sich seinerzeit in Liverpool vÜllig anglisieren mßssen, um akzeptiert zu werden, wofßr er mit ßber 40 Jahren aber schon zu alt gewesen sei.
Breslau (1883â1890)
Vor seinem Amtsantritt in Breslaucite-ref-70[70] unternahm Bruch eine Konzertreise nach Amerika.cite-ref-71[71] Dort wurde am 17. Dezember 1882 in New York seine Dritte Sinfonie uraufgefĂźhrt.cite-ref-72[72] Sie entstand nach Auftrag von Leopold Damroschcite-ref-73[73] vom Sommer 1882 und basiert auf Skizzen Bruchs, die in das Jahr 1870 in Sondershausen zurĂźckreichen. Da Simrock nach dem mäĂigen Erfolg der Zweiten Sinfonie keine weitere Sinfonie von Bruch mehr annehmen wollte, erschien die Dritte Sinfonie bei Breitkopf & Härtel. Auch deren Aufnahme fiel trotz der erfolgreichen AuffĂźhrungen eher mäĂig aus.
Anfang Juni 1883 kehrte Bruch nach Europa zurĂźck. Am 24. September 1883 bezog Familie Bruch den dritten Stock im Haus Museumsplatz 9 in Breslau. Clara Bruch erwartete ihr zweites Kind; Sohn Max Felix kam am 31. Mai 1884 zur Welt. An seiner neuen Stelle bekam Bruch ein Einkommen von 7.000 Mark; das Komitee lieĂ ihm freie Hand. Neben eigenen Werken wie dem Arminius fĂźhrte er unter anderem auch Mendelssohn und das Violinkonzert, die Klavierkonzerte oder die meisten Sinfonien von Beethoven auf, aber auch Werke von Wagner, Liszt und sogar dem jungen Richard Strauss auf. Nach der UrauffĂźhrung von dessen Aus Italien bedankte Strauss sich bei Bruch fĂźr dessen BemĂźhungen.
Gerade zu der Zeit, als Bruch seine Tätigkeit in Breslau antrat, trat sein frĂźherer Lehrer Ferdinand Hiller von seinem Posten als Leiter des KĂślner Konservatoriums zurĂźck, mit dem Bruch schon lange geliebäugelt hatte. Nachdem Hillers Favorit Brahmscite-ref-74[74] Hillers Angebot, sein Nachfolger in KĂśln zu werden, abgelehnt hatte, wandte Hiller sich an Bruch. Dieser jedoch glaubte nicht, Breslau verlassen zu kĂśnnen, nachdem er gerade erst angekommen war, zweifelte daran, ein Konservatorium leiten zu kĂśnnen, dessen Lehrkräfte älter und erfahrener oder mit ihm befreundet waren; auĂerdem konnte er seiner Frau Clara kurz vor der Geburt des zweiten Kindes keinen weiteren Umzug zumuten. Das zuständige Komitee in KĂśln fĂźrchtete jedoch Bruchs schwierigen Charakter und seine Fähigkeit, sich Feinde zu machen, und entschied sich fĂźr den amtierenden Dresdner Hofkapellmeister Franz WĂźllner. Bruch reagierte indigniert; er betonte, er habe in der Zwischenzeit die Bedingungen genannt, unter denen er die Stelle in KĂśln dennoch antreten kĂśnne. Beim zuständigen Komitee kam dieses Verhalten nicht gut an.
Die Geburt von Sohn Max Felix am 31. Mai 1884 selbst war komplikationslos, doch war das Kind von Anfang an kränklich.cite-ref-75[75] Familie Bruch engagierte ein Kindermädchen namens Lene. Erst im Alter von drei Jahren begann Max Felix zu laufen und zu sprechen. Tochter Margarethe ßberlebte eine Diphtherie-Erkrankung. Am 18. März 1887 kam das dritte Kind der Familie, Sohn Hans, zur Welt; am 19. Mai 1890, kurz vor dem Umzug von Familie Bruch nach Berlin, wurde Sohn Ewald, das jßngste Kind der Familie, geboren.
In den Jahren vor dem Ende seiner Tätigkeit in Breslau war Bruch mit der Wahl seiner Solisten und seiner konservativen Programmgestaltung auf Widerstand gestoĂen; der eigentliche Grund fĂźr diese Entwicklung war jedoch seine Sympathie fĂźr Reichskanzler Otto von Bismarck, die bei einigen politischen Gruppierungen sauer aufstieĂ.cite-ref-76[76] Breslau lag in einer Gegend, die Kaiser Wilhelm II. â der Bismarck wegen der Sozialistengesetze entlassen hatte â freundlich gesinnt war. Verstärkt wurden die Missstimmungen von einer Intrige durch Ernst FlĂźgel, einen städtischen Komponisten und Chorleiter, mit dem Bruch ursprĂźnglich befreundet war. Am 1. Dezember 1889 reichte Bruch seinen RĂźcktritt ein.
Unter den Kompositionen Bruchs entstanden in seiner Breslauer Zeit das weltliche Oratorium Achilleuscite-ref-77[77], die dramatische Kantate Das Feuerkreuz op. 52cite-ref-78[78], die Zwei MännerchÜre fßr vierstimmigen Männerchor op. 53, die Siechentrost-Lieder op. 54cite-ref-79[79], die Canzone fßr Cello und Orchester, op. 55, das Adagio nach keltischem Melodien, op. 56 fßr Cello und Orchester (beide eng miteinander verbunden) sowie das Adagio appassionato op. 57 fßr Violine und Orchester.cite-ref-80[80] Diese Werke fßhrten zu Bruchs Drittem Violinkonzert, an dem er kurz vor seinem Weggang von Breslau ebenfalls arbeitete.
Berlin (1890â1920)
Ende 1890 musste Bruch die Befßrchtungen Simrocks besänftigen, er wolle zu Joachims Zirkel ßberlaufen.cite-ref-82[82]cite-ref-83[83] Bruch hatte die Beziehungen zu Joachim unter anderem deswegen aufgenommen, weil Joachim ihn während seiner schweren Zeit in Breslau unterstßtzt hatte. Im Februar 1891 beendete Bruch das im Sommer 1890 begonnene Dritte Violinkonzert in d-moll, op. 58.cite-ref-84[84] Die Urauffßhrung fand am 31. Mai 1891 in Dßsseldorf statt.
Am 26. November 1891 wurde Bruch auf Vermittlung von Joachim sowie Philipp Spitta hin die Direktion der Meisterschule fĂźr Komposition an der KĂśniglichen Akademie der KĂźnste zu Berlin â in Verbindung mit der Mitgliedschaft im Senat der Akademie sowie dem Titel eines Professors â mit Wirkung vom 1. April 1892 angeboten.cite-ref-85[85] Verlockend waren fĂźr Bruch unter anderem, nun unabhängig von den Launen von Publikum und Presse zu sein, sowie das geregelte Einkommen. Bedingung fĂźr den Antritt der Stelle war die Komposition einer Festkantate zum Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. Im Jahr 1892; diese wurde am 17. Januar 1892 in der KĂśniglichen Akademie uraufgefĂźhrt und im Herbst 1893 als Hymne, op. 64 verĂśffentlicht. Bruch schrieb das Werk eher aus pragmatischen GrĂźnden der finanziellen Sicherheit der Stelle wegen als aus Ăberzeugung. Trotzdem war die Kantate fĂźr ihn, Joachim und auch andere Âťsehr Ăźber dem Niveau der GelegenheitsstĂźckeÂŤ.cite-ref-86[86]
In einem Ausbruch von Aktivität verÜffentlichte Bruch in dieser Zeit die Fßnf Lieder fßr Bariton op. 59, die Neun Lieder fßr gemischten Chor a cappella, op. 60, das Ave Maria op. 61, den Gruà an die heilige Nacht, op. 62, die Schwedischen Tänze op. 63 und In Memoriam, op. 65.cite-ref-87[87]
Im Jahr 1890 wurde Bruch Ehrenmitglied des Beethoven-Vereins in Bonn sowie der Singakademie in Breslau.cite-ref-88[88] Im Jahr 1893 nahm Bruch als einer von fĂźnf Komponisten â nachdem Brahms abgesagt hatte â an einem Konzert zum goldenen Jubiläum der Cambridge University Musical Society (CUMS) teil.cite-ref-89[89] Ziel der CUMS war es, fĂźnf bedeutende Komponisten einzuladen, die mit einem Ehrendoktor der Musik ausgezeichnet wurden. Bruch dirigierte Das Gastmahl bei den Phäaken aus dem Odysseus, op. 41. Im September 1893 reiste Bruch nach Wien, um die UrauffĂźhrung des fĂźr das goldene Jubiläum des Wiener Männer-Gesangvereins entstandenen Liedes Leonidas, op. 66 vorzubereiten.cite-ref-90[90] Bei dieser Gelegenheit wurde Bruch Ehrenmitglied des Wiener Männer-Gesangvereins.cite-ref-fifield-246-91-0[91]
Die Idee Bruchs, eine neue Sammlung schottischer Volkslieder im Stile der ZwĂślf schottischen Volkslieder zu publizieren, zerschlug sich.cite-ref-fifield-246-91-1[91] Stattdessen nahm er ein neues Oratorium in Angriff, und zwar diesmal mit Moses, op. 67 einen Stoff aus dem Alten Testament.cite-ref-92[92] Die Handlung des Oratoriums reicht vom Empfang der Zehn Gebote auf dem Berg Sinai bis zu Mosesâ Tod. Das Werk wurde am 19. Januar 1895 in Barmen uraufgefĂźhrt. Bruch hielt den Moses fĂźr eine Weiterentwicklung seines Kompositionsstils.cite-ref-93[93] Nach Einschätzung des Bruch-Biografen Christopher Fifield ist eher das Gegenteil der Fall.cite-ref-94[94] Von da an wandte Bruch sich noch stärker gegen die âModerneâ als vorher.
Nach dem Moses komponierte Bruch die drei Neuen MännerchÜre, op. 68, die letzte Fassung des fßnfstimmigen gemischten Chores Sei getreu bis in den Tod, op. 69, die Vier Stßcke fßr Cello mit Klavierbegleitung, op. 70, die Sieben Chorlieder fßr gemischten Chor, op. 71 und den Chor In der Nacht, op. 72.cite-ref-97[97]
Mit Gustav Adolf, op. 73 folgte sein fĂźnftes und letztes Oratorium.cite-ref-98[98]cite-ref-fifield-266-268-99-0[99] Während Bruch an dem Oratorium arbeitete, starb Brahms am 3. April 1897 an Leberkrebs. Bruch reagierte erschĂźttert auf die Todesnachricht.cite-ref-100[100] Nach dem Tod von Johannes Brahms, seinem engsten musikalischen VerbĂźndeten, sah Bruch sich nun als letzten verbliebenen FĂźrsprecher des Konservatismus.cite-ref-101[101] Er sah jetzt Mendelssohns â und damit als sein Epigone auch seine eigene â Bedeutung noch mehr hervorstechen. In Anbetracht der musikalischen Entwicklungen seiner Zeit bedeutete dies eine zunehmende Isolation. Hinzu kam auf politischem Gebiet seine Verehrung fĂźr Bismarck. Gleichwohl erfuhr Bruch weiterhin Ehrenbekundungen und offizielle Anerkennung.cite-ref-102[102] So entstand aus Anlass seines 60. Geburtstages am 6. Januar 1898 ein internationales Komitee zur Organisation eines Benefiz-Fonds. Am Ende des Jahres wurde Bruch von der Pariser AcadĂŠmie des Beaux Arts zum korrespondierenden Mitglied ernannt.
In diese Zeit fällt die Entstehung von Bruchs Oratorium Gustav Adolf op. 73 Ăźber den schwedischen KĂśnig aus dem DreiĂigjährigen Krieg, mit dem Bruch auch beim Kaiser und dessen Gattin Eindruck machte.cite-ref-fifield-266-268-99-1[99] Das Oratorium, am 22. Mai 1898 in Barmen mit Bruch als Dirigent uraufgefĂźhrt, wurde ein unmittelbarer Erfolg. Gustav Adolf sollte Bruchs letztes grĂśĂeres Chorwerk bleiben; in der Folgezeit entstanden die kĂźrzeren Chorwerke Herzog Moritz, op. 74 und Der letzte Abschied des Volkes op. 76.cite-ref-103[103] In den folgenden zehn Jahren konzentrierte sich Bruch auf seine Lehrtätigkeit, das Dirigieren eigener Werke sowie die Komposition kleinerer Werke.cite-ref-104[104]
Zu seinen SchĂźlern gehĂśrten Oscar Straus, Ottorino Respighi, Ralph Vaughan Williams und Fritz StĂźssi. In kompositorischer Hinsicht entstand im August 1899 die Serenade, op. 75 fĂźr Violine und Orchester, die ursprĂźnglich als viertes Violinkonzert geplant war.cite-ref-105[105] Es kam zum endgĂźltigen ZerwĂźrfnis mit Sarasate, der zwar begeistert auf die Serenade reagierte, sie aber nicht in sein Standardrepertoire aufnahm. Joachim sorgte fĂźr Unannehmlichkeiten, als er um eine Widmung des Werks an seine Freundin, die Sängerin Nellie Melba â seine Frau Amalie war inzwischen verstorben â bat. Das Werk wurde am 15. Mai 1901 mit Max Bruch als Dirigent und dem belgischen Geiger Joseph DĂŠbroux uraufgefĂźhrt.cite-ref-106[106] Die Reaktionen der Kritik auf das Werk waren gemischt, zumal es mit dem Ersten Violinkonzert verglichen wurde. Weitere Kompositionen dieser Zeit waren Dumajanti, op. 78 fĂźr Sopran, Chor und Orchester (aus unbekannten GrĂźnden ist die Opus-Zahl 77 in Bruchs Werkverzeichnis nicht belegt), die Lieder und Tänze, op. 79 fĂźr Violine und Klavier, die Suite fĂźr groĂes Orchester nach russischen Volksmelodien, op. 79b und die Zweite Suite, op. 80.cite-ref-107[107]
Am 4. April 1903 ernannte die kĂśniglich Schwedische Musikakademie Bruch zum Ehrenmitglied.cite-ref-108[108]
Bruchs Gesundheit war unter anderem durch eine Anämie und seine Unverträglichkeit gegenßber den norddeutschen Wintern angeschlagen. Daher wurde beschlossen, dass es fßr Bruch besser sei, die Zeit von Oktober 1903 bis Mai 1904 in Italien zu verbringen.cite-ref-109[109] Er besuchte einige Sehenswßrdigkeiten wie den Petersdom, die Sixtinische Kapelle, das Forum Romanum und das Kolosseum und schrieb zahlreiche Briefe an Maria Zanders.
In dieser Zeit wuchs Bruchs Antisemitismus, obwohl er ein groĂer Verehrer von Felix Mendelssohn Bartholdy war und eine enge Freundschaft mit Joseph Joachim pflegte.cite-ref-110[110]
Maria Zanders' Tod am 6. Dezember 1904 erschĂźtterte ihn. Sein Werk Szene der Marfa (op. 80) wurde 1906 verĂśffentlicht. Am 15. August 1907 starb Joseph Joachim. Trotz Verbots seiner Ărzte besuchte Bruch Joachims Beerdigung und hielt eine Trauerrede. Joachims Nachfolger als Direktor der Hochschule, der Musikschriftsteller Hermann Kretzschmar, fĂźhrte einige Ănderungen in der Organisation des Instituts durch, mit denen Bruch nicht zurechtkam. Dies fĂźhrte zu seiner Pensionierung mit Wirkung vom 1. Januar 1911.
Aus Anlass seines 70. Geburtstages wurde er mit einem Festkonzert der Stadt Bergisch Gladbach geehrt sowie mit dem Orden Pour le MĂŠrite ausgezeichnet.cite-ref-111[111] In musikalischer Hinsicht entstanden in der Folgezeit die Osterkantate, op. 81, das Wessabrunner Gebet, op. 82, und die Acht StĂźcke fĂźr Klarinette, Bratsche und Klavier, op. 83.cite-ref-112[112]
Nachdem Bruch an seinem Geburtstag noch gemeint hatte, seine Inspiration sei versiegt, komponierte er allein im Jahr 1911 das KonzertstĂźck fĂźr Violine und Orchester, op. 84 (das erste Werk Bruchs, das zumindest in Ausschnitten auf Schallplatte aufgenommen wurde), die Romanze, op. 85, die Sechs Lieder fĂźr gemischten Chor a cappella, op. 86 (unter anderem nach Texten von Tochter Margarethe), die Macht des Gesanges fĂźr Bariton solo, gemischten Chor und Orchester, op. 87 (nach Schiller) und das Doppelkonzert fĂźr Klarinette und Bratsche, op. 88 fĂźr seinen Sohn Max Felix.cite-ref-113[113]
Im Jahr 1909 besuchte Bruch â wie sich herausstellen sollte, zum letzten Mal â den Igeler Hof. Danach hinderte ihn seine schlechte Gesundheit an weiteren Besuchen. Hans Zanders, Sohn von Maria Zanders, bat Bruch, zur Feier der Beendigung der Restaurierung des Altenberger Doms â ein Lebenstraum von Maria Zanders â ein StĂźck zu schreiben.cite-ref-114[114] Es entstand die Altenberger Hymne, die zur Feier am 16. Juli 1913 uraufgefĂźhrt wurde.
Am 4. Juni 1913 starb Sohn Hans mit 26 Jahren in einem Krankenhaus in Jena an einer Blutvergiftung; er wurde in Jena bestattet.cite-ref-fifield-300-301-67-1[67] Der Verlust traf die Familie schwer. Am 25. März 1914 starb Bruchs Schwester Mathilde.cite-ref-115[115] Max und Clara Bruch konnten nicht zu Mathildes Beerdigung reisen und wurden von Max Felix und Margarethe vertreten.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ahnte Bruch in einem Brief an Tochter Margarethe, dass dieser Krieg die bisherigen an Schrecken ßbertreffen wßrde.cite-ref-116[116] Sohn Ewald wurde als Infanterist, Sohn Max Felix zur Heimreserve eingezogen. Bruchs finanzielle Verhältnisse verschlechterten sich deutlich, weil die Tantiemen aus Auslandsauffßhrungen seiner Werke wegfielen.
Zu dieser Zeit beauftragten die Schwestern Rose und Ottilie Sutro aus Baltimore Bruch mit der Komposition eines Doppelkonzerts fßr zwei Klaviere.cite-ref-117[117] Es entstand das Konzert fßr zwei Klaviere, op. 88a. Das Doppelkonzert wurde am 29. Dezember 1916 in Philadelphia mit Leopold Stokowski als Dirigent und den Sutro-Schwestern als Solistinnen uraufgefßhrt. Die Berichterstattung in der amerikanischen Presse zeigt auf, dass die Schwestern das Werk umgeschrieben hatten; ferner beanspruchten sie das Copyright fßr sich. Die Partitur verschwand später und tauchte erst 1970 wieder auf.
Ansonsten entstanden zu dieser Zeit unter anderem die Heldenfeier, op. 89 als direkte Konsequenz des Krieges, Bearbeitungen frĂźherer Werke, die FĂźnf Lieder, op. 90 fĂźr vierstimmigen Chor a cappella und Die Stimme der Mutter Erde fĂźr gemischten Chor, Orgel und Orchester, op. 91.cite-ref-118[118]
Bereits im April 1917 begannen die Feierlichkeiten zu Bruchs 80. Geburtstag mit einer AuffĂźhrung des Frithjof.cite-ref-119[119] Es folgte eine AuffĂźhrung von Gustav Adolf am 2. November 1917 zum 400. Jahrestag der Reformation. Am 6. Januar 1918 fand ein umfangreicher Festakt statt; Bergisch Gladbach ernannte ihn zum EhrenbĂźrger. Bruch schrieb seine Memoiren, fand aber keinen Verleger; das Manuskript wurde im Zweiten Weltkrieg vernichtet.
Im Sommer 1918 litt Bruch an mehreren neuralgischen Attacken sowie der kriegsbedingt schlechten Versorgung mit Lebensmittel. Er empfand die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. im November 1918 als einen Schock.cite-ref-120[120]
Bruch starb am 2. Oktober 1920 und wurde neben seiner Ehefrau auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-SchÜneberg bestattet.cite-ref-126[126] Sein Grab ist seit 1965 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet. Sohn Ewald sammelte später Material aus den Hinterlassenschaften seines Vaters und vermachte diese dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität KÜln.
Kompositionsstil
Bruchs Ideale standen schon zu Beginn seiner kompositorischen Laufbahn fest und sollten sich bis zu seinem Tode nicht einmal ansatzweise verändern. Unverkennbar ist eine hohe Wertschätzung fĂźr Felix Mendelssohn Bartholdy und seinen Freund Johannes Brahms. Zu seinem groĂen Leidwesen stand er jedoch stets im Schatten des Ăźbermächtigen Brahms, mit dem er sich zeitlebens vergleichen lassen musste. Hinzu kommt ein lebhaftes Interesse fĂźr das deutsche Volkslied. Dagegen bekämpfte er von Anfang an die Neudeutsche Schule um Franz Liszt und Richard Wagner. Seine Werke zeugen von einem Sinn fĂźr eingängige Melodien und traditionelles Formdenken. Obwohl sich Bruch sehr fĂźr die Vokalmusik interessierte, sind seine stärksten Werke eher auf dem Gebiet der Instrumentalmusik (Symphonien, Konzerte) zu finden.
Schon zeit seines Lebens zeichnete sich ab, was bis heute Realität ist: Die Ăśffentliche Wahrnehmung des Komponisten Bruch beschränkt sich weitgehend auf sein erstes Violinkonzert â eine Tatsache, die Bruch verbitterte und ihn zu einem Misanthropen werden lieĂ. Beim Honorar fĂźr dieses Werk, das viele Starsolisten rasch in ihr Repertoire aufnahmen, sah sich Max Bruch vom Verleger August Cranz betrogen. Er erhielt dafĂźr einen Vorschuss von 250 Talern, aber keine weiteren Tantiemen.cite-ref-127[127] FĂźr die relative GleichgĂźltigkeit, die seinem vielfältigen Schaffen zuteilwird, gibt es mehrere GrĂźnde:
Obwohl eine nicht geringe Anzahl seiner Kompositionen in ihrer formalen Anlage durchaus unkonventionelle und progressive ZĂźge aufweist, war Bruch im Grunde ein konservativer Komponist, der um die Jahrhundertwende vor allem wegen seiner eher wenig avancierten Harmonik zum Anachronisten gestempelt wurde. Er verteidigte seine romantische Kunstauffassung als die einzig wahre und geriet in zusätzliche Kritik durch seine heftigen Angriffe auf Richard Strauss und Max Reger. Zeitlebens wandte er sich gegen jegliche musikalische Neuerungen, die von ihm als âmusikalischer Sozialdemokratismusâ bezeichnet wurden. Seit er während des Nationalsozialismus wegen seines Kol Nidrei (op. 47) als vermeintlicher Jude von den Programmplänen verschwand, wurden seine Werke im deutschsprachigen Raum weitgehend vergessen.
Ehrungen
Bruch erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1893 die Ehrendoktorwßrde der Universität Cambridge (1914 zurßckgegebencite-ref-128[128]) und 1918 die Ehrendoktorwßrde der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität.
Seine Hauptwirkungsstätte, die Stadt Bergisch Gladbach, ehrte Max Bruch in vielfacher Weise:
⢠Zum 80. Geburtstag 1918 wurde ihm die Ehrenbßrgerschaft verliehen.cite-ref-129[129]
⢠Eine StraĂe sowie die städtische Musikschule wurden nach ihm benannt.cite-ref-130[130]
⢠1924 schuf der Bildhauer Wolfgang Wallner ein Denkmal fßr Max Bruch auf der MargaretenhÜhe.
⢠Am Trotzenburgplatz wurde er am Denkmal fßr verdiente PersÜnlichkeiten geehrt.
1992 wurde der Asteroid (5004) Bruch nach Max Bruch benannt.
In KĂśln wurde Max Bruch mit einer Statue am Turm des KĂślner Rathauses und mit der Benennung einer StraĂe im Stadtbezirk Lindenthal geehrt.cite-ref-131[131]
Mitgliedschaften
Max Bruch war Mitglied im couleurstudentisch organisierten Akademischen Gesangsverein Wien, heute Sängerschaft Barden.cite-ref-132[132]
Werke
BĂźhnenwerke, Opern
⢠Scherz, List und Rache op. 1; Urauffßhrung am 14. Januar 1858 in KÜln
⢠Die Loreley op. 16; Urauffßhrung am 14. Juni 1863 in Mannheim
⢠Hermione op. 40; Urauffßhrung am 21. März 1872 in Berlin
⢠Claudine von Villa Bella, WoO
Orchesterwerke
⢠Canzonetta, WoO
⢠Symphonie Nr. 1 Es-Dur op. 28 (1868); Urauffßhrung am 26. Juli 1868 in Sondershausen
⢠Symphonie Nr. 2 f-Moll op. 36 (1870); Urauffßhrung am 24. November 1870 in Leipzig
⢠Symphonie Nr. 3 E-Dur op. 51 (1882, rev. 1886)
⢠Schwedische Tänze op. 63 (arrangiert fßr Orchester, 1892)
⢠Suite nach russischen Volksmelodien op. 79b (1903)
⢠Suite Nr. 2 nach schwedischen Volksmelodien (1906, ursprßnglich Nordland-Suite)
⢠Suite Nr. 3 fßr Orchester und Orgel op. 88b (1909, rev. 1912)
⢠Serenade nach schwedischen Volksmelodien fßr Streichorchester, WoO
⢠Mindener Fantasie, WoO
Konzerte und KonzertstĂźcke
⢠Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 (1865â67)
⢠Romanze fßr Violine und Orchester a-Moll op. 42
⢠Violinkonzert Nr. 2 d-Moll op. 44 (1877)
⢠Schottische Fantasie fßr Violine und Orchester Es-Dur op. 46 (1879/80)
⢠Kol Nidrei, Konzertstßck fßr Violoncello und Orchester d-Moll op. 47 (1880/81)
⢠Canzone fßr Violoncello und Orchester B-Dur Op. 55
⢠Adagio nach keltischen Melodien fßr Violoncello und Orchester op. 56 Digitalisat
⢠Adagio appassionato, Konzertstßck fßr Violine und Orchester op. 57
⢠Violinkonzert Nr. 3 d-Moll op. 58 (1891)
⢠Ave Maria fßr Violoncello (oder Violine) und Orchester Op. 61
⢠Schwedische Tänze fßr Violine und Orchester op. 63
⢠In Memoriam fßr Violine und Orchester cis-Moll op. 65
⢠Serenade fßr Violine und Orchester op. 75 (1899/1900) Digitalisat
⢠Konzertstßck fßr Violine und Orchester fis-Moll op. 84 (1910)
⢠Romanze fßr Viola und Orchester F-Dur op. 85 (um 1912)
⢠Konzert fßr 2 Klaviere und Orchester as-Moll op. 88a (1915, nach der Suite Nr. 3)
Vokalmusik
Geistliche Chorwerke
⢠Hosanna, WoO
⢠Jubilate und Amen op. 3
⢠Die Flucht der heiligen Familie, Kantate op. 20
⢠Gesang der heiligen drei KÜnige op. 21
⢠Rorate coeli op. 29
⢠Die Flucht nach Aegypten op. 31, No. 1
⢠Morgenstunde op. 31, No. 2
⢠Kyrie, Sanctus und Agnus Dei op. 35
⢠Gruà an die heilige Nacht op. 62
⢠Hymne, Kantate op. 64
⢠Moses, Oratorium op. 67 (1893/94)
⢠Sei getreu bis in den Tod op. 69
⢠Osterkantate op. 81
⢠Das Wessobrunner Gebet op. 82
⢠Christkindlieder op. 92
Weltliche Chorwerke mit Solostimmen
⢠Rinaldo, WoO
⢠Die Birken und die Erlen, Kantate nach einem Gedicht aus den Waldliedern von Gustav Pfarrius op. 8; Urauffßhrung am 4. November 1857 in KÜln
⢠Frithjof, Kantate nach Szenen aus der Frithjof-Sage von Esaias TegnÊr op. 23 (1860, rev. 1864); Urauffßhrung am 20. November 1864 in Aachen
⢠SchÜn Ellen op. 24; Urauffßhrung am 22. Februar 1867 in Koblenz
⢠Salamis, Kriegsgesang der Griechen op. 25
⢠Frithjof auf seines Vaters Grabhßgel op. 27
⢠Die Priesterin der Isis in Rom, Kantate op. 30
⢠Normannenzug op. 32
⢠Dithyrambe op. 39
⢠Odysseus, Oratorium op. 41 (1871/72); Urauffßhrung am 8. Februar 1873 in Barmen.
⢠Arminius, Oratorium op. 43 (1875)
⢠Die Glocke, Oratorium nach Das Lied von der Glocke von Friedrich Schiller, op. 45 (1872)
⢠Achilleus, Oratorium nach Motiven der Ilias von Heinrich Bulthaupt op. 50
⢠Das Feuerkreuz, Kantate op. 52
⢠Drei Hebräische Gesänge, WoO
⢠Leonidas, Oratorium op. 66
⢠Gustav Adolf, Oratorium op. 73
⢠Damanjanti, Szenen aus der indischen Dichtung Nala und Damanjanti op. 78
⢠Szene der Marfa aus Schillers Demetrius op. 80
⢠Die Macht des Gesanges op. 87
⢠Trauerfeier fßr Mignon op. 93
Weltliche Chorwerke ohne Solostimmen
⢠Vier MännerchÜre mit Orchester op. 19
⢠Fßnf Lieder op. 22
⢠RÜmische Leichenfeier op. 34
⢠Das Lied vom deutschen Kaiser op. 37
⢠Fßnf Lieder op. 38
⢠Vier MännerchÜre op. 48
⢠Zwei MännerchÜre op. 53
⢠Neun Lieder op. 60
⢠Drei Neue MännerchÜre op. 68
⢠Sieben Gesänge op. 71
⢠In der Nacht op. 72
⢠Herzog Moritz, Kriegslied der Magdeburger gegen Herzog Moritz von Sachsen op. 74
⢠Der letzte Abschied des Volkes op. 76
⢠Sechs Volkslieder, WoO
⢠Sechs Lieder op. 86
⢠Alternberger Hymne, WoO
⢠Heldenfeier op. 89
⢠Fßnf Lieder op. 90
⢠Die Stimme der Mutter Erde op. 91
Lieder
FĂźr eine Singstimme und Klavier, soweit nicht anders angegeben. Angaben nach Axel Frenger: Die Lieder von Max Bruch, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 1991 (Magisterarbeit) und der Gesamtausgabe Max Bruch â Sämtliche Lieder (2 Bde.) hrsg. von Guido Johannes Joerg, KĂśln: Dohr, 2024 (Denkmäler rheinischer Musik Bd. 50 und 51).cite-ref-133[133]
⢠Lied âFĂźr die Eltern, fĂźr die teuernâ (Carl Gollmick) (1847; Erstdruck 2024)
⢠Zu Oppenheim am Rhein (1854; Erstdruck 2024)
⢠Drei Duette fßr Sopran, Alt und Klavier op. 4 (1858)
Ihr lieben Lerchen, guten Tag! (Albert von Schlippenbach), Altdeutsches Winterlied (Kraft von Toggenburg/Ludwig Tieck), Der Wald (Ludwig von Wildungen)
⢠Sieben Gesänge op. 6 (1859)
Heft I â Vier dreistimmige Gesänge fĂźr zwei Soprane, Alt und Klavier
GlĂźckwunsch (Heinrich Bone), Der Wald (Abraham Emanuel FrĂśhlich), FrĂźhlingsmut (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben), Nachtlied
Heft II â Drei zweistimmige Gesänge fĂźr zwei Soprane und Klavier
Im FrĂźhling (Bone), Jesus der Morgenstern (In der Christnacht) (Angelus Silesius), Beim Pfingstreigen
⢠Sechs Gesänge op. 7 (1859)
Altes Lied (Emanuel Geibel), Die Zufriedenen (Ludwig Uhland), Russisch (Geibel), Schilflied âAuf geheimem Waldespfadeâ (Nikolaus Lenau), FrĂźhlingslied (Geibel), Frisch gesungen! (Adelbert von Chamisso)
⢠Hymnus fßr Alt (oder Sopran) und Klavier op. 13 (Auguste Kolter) (1859/1862)
⢠Vier Lieder op. 15 (1862)
Lausche, lausche! (Bone), Gott! (Bone), Im tiefen Tale (Bone), Goldne BrĂźcken (Geibel)
⢠Zehn Lieder op. 17 (1863)
Heft I â Drei geistliche Lieder aus dem Spanischen, Ăźbersetzt von Paul Heyse
An die heilige Jungfrau (Quiero seguir), Der heilige Joseph singt (Camidad, esposa), An den Jesusknaben (Los ojos del NiĂąo son)
Heft II â Vier weltliche Lieder aus dem Spanischen und Italienischen, Ăźbersetzt von Emanuel Geibel und Paul Heyse
Von den Rosen kommâ ich (Del rosal vengo, mi madre), Carmosenella, Verlassen (Sola me dejaste), [Abschied] (Parte la nave)
Heft III â Drei Lieder von Hermann Lingg
Tannhäuser, Der junge Invalide â Volkslied, Klosterlied
⢠ZwÜlf Schottische Volkslieder (1864)
Marion (Will ye go to the ew-bughts, Marion), Johnie und Jenny (Jocky and Jeany), Marys Traum (Maryâs Dream), Der Hochzeitstag (The wedding-day), Lord Gregory (Oh open the door, Lord Gregory), O sahst du den Vater? (O saw ye my father), Der alte Rob Morris (Auld Rob Morris), Hey tutti taiti (Landlady, count the lawin), Bei den roten Rosen (The beds of sweet roses), Hochlandsknabe (Highland laddie), Ruhelos, rastlos (Here awaâ, there awaâ), Gib, Liebster, ein Zeichen (O whistle, anâ Iâll come to you)
⢠Vier Gesänge fßr Bariton und Klavier op. 18 (1865)
Volkers Nachtgesang (Geibel), Der Landsknecht (Geibel), An die heilige Jungfrau (O VĂrgen, que ĂĄ Dios pariste) (Heyse), Provençalisches Liebeslied (Can la frejâ aura venta) (Heyse)
⢠Vier Lieder fßr Bariton und Klavier op. 33 (Joseph Victor von Scheffel) (1869/70)
Biterolf im Lager vor Akkon (1190), Altdeutscher Herbstreigen, Dein gedenkâ ich, Margaretha, Lind duftig hält die Maiennacht
⢠Sieben Lieder und Gesänge op. 49 (1882), engl. Ăbers. von Natalia Macfarren
Heft I
Frage â Lied des Rugantino (Question) (Johann Wolfgang von Goethe), Der Einsiedler (To the night) (Joseph von Eichendorff), Ungarisch (Hungarian dirge), Serenade (Heinrich Kruse)
Heft II
Weg der Liebe â Erster Teil (Love will find out the way â First part) (Johann Gottfried Herder), Weg der Liebe â Zweiter Teil (Love will find out the way â Second part) (Herder), Kleonikes letzter Wille (Kleonikeâs last request) (Kruse)
⢠Lied der Deutschen in Ăsterreich (Josef Winter) (1882; Erstdruck 2024)
⢠Lieder und Gesänge fßr eine bis vier Singstimmen, Violine und Klavier op. 54 (1889/1891)
Siechentrost (Heyse) â Solace in Affliction, engl. Ăbers. von Mrs. John P. Morgan, d. i. Virginia Woods
Lied â Im Volkston (Folk-Song), Lied (Song), Duett (Duette), Duett (Duette), Schlussgesang (Quartett) (Finale) â FrĂźhling im Moseltal (Spring in the Mosel Valley) â Siechentrosts Ende (Siechentrostâs death)
⢠Fßnf Lieder fßr Bariton und Klavier op. 59 (1891/92)
Um Mitternacht (Eduard MĂśrike), Kophtisches Lied (Goethe), Zweites Kophtisches Lied (Goethe), Die Auswanderer â I. Flucht (Karl Stieler), Die Auswanderer â II. Heimatbild (Stieler)
⢠Das Japsenlied (Margarete Bruch) (um 1914; Erstdruck 2024)
⢠FĂźnf Lieder op. 97 (1920/21), engl. Ăbers. von Alice Mattullath
Mein Liebchen naht, Blumen zu pflĂźcken (When my dear one comes) (Geibel), Durch die wolkige Maiennacht (Through the haze of the cloudy night) (Geibel), Vor dem Fenster mir (âNeath my window ledge) (Margarete Bruch), Morgenlied (Morning Song) (Goethe), Ein Mädchen und ein Gläschen Wein (A Maiden Fair and Sparkling Wine) (Goethe) Digitalisat
Kammermusik
⢠Frßhlingslied fßr Zwei Violinen, Klavier, und Harmonium ad lib., WoO
⢠Septett Es-Dur fßr Klarinette, Horn, Fagott, 2 Violinen, Violoncello und Kontrabass, WoO (28. August 1849, Goethes 100. Geburtstagcite-ref-134[134])
⢠Klaviertrio No. 1, WoO (1849, verschollen)
⢠Quintett fßr Klavier und Streicher WoO (1852, verschollen)
⢠Streichquartett c-Moll (1852, galt lange Zeit als verschollen, wiederentdeckt 2013, wieder-uraufgefßhrt 2014cite-ref-135[135])
⢠Klaviertrio No. 2, WoO (c1852, verschollen)
⢠Klaviertrio No. 3, WoO (1855, verschollen)
⢠Klaviertrio c-Moll op. 5 (1858)
⢠Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 9 (1859)
⢠Streichquartett Nr. 2 E-Dur op. 10 (1860)
⢠Klavierquintett g-Moll, WoO (1881/86)
⢠Schwedische Tänze fßr Violine und Klavier op. 63 (1892) Digitalisat
⢠Ach bleib mit deiner Gnade, Choral fßr Blechbläser, WoO (1897)
⢠Lieder und Tänze ßber russische und schwedische Melodien fßr Violine und Klavier op. 79 (1903)
⢠Acht Stßcke fßr Klarinette, Bratsche und Klavier oder Violine, Violoncelle und Klavier op. 83 (1910)
⢠Streichquintett Nr. 1 a-Moll, WoO (1918)
⢠Streichquintett Nr. 2 Es-Dur, WoO (1918)
⢠Streichoktett B-Dur, WoO (1920)
Klaviermusik
⢠Romanze, WoO
⢠Capriccio in fis-Moll fßr Klavier zu Vier Händen op. 2
⢠Fantasia in d-Moll op. 11
⢠Sechs Klavierstßcke op. 12
⢠Zwei Klavierstßcke op. 14
⢠Mindener Fantasie, WoO
⢠Neujahrslied aus op. 22 Digitalisat
⢠Nordisches Maienfest op. 22 Digitalisat
⢠Schwedische Tänze op. 63, arrangiert fßr Klavier zu 2 Händen Digitalisat
⢠Schwedische Tänze op. 63, arrangiert fßr Klavier zu 4 Händen
Orgelwerke
⢠Kleines Präludium, WoO
Verschiedenes
⢠Lieder, WoO (1851)
⢠Am Rhein, WoO
⢠Dramatischen Szenen aus Scheffels Ekkehard, WoO
⢠Durch Nacht zum Licht, WoO
⢠Geistlich gesinnt sein, WoO
⢠Gesänge bei der Trauung Else Tuczek und Franz von Ankert am 24. März 1897
⢠Hymne, WoO
⢠Hymne an das Vaterland, WoO
⢠Kaiser Wilhelm-Lied, WoO
⢠Wächterlied in der Neujahrsnacht, WoO
⢠Militärmärsche, WoO
⢠Venezianische Serenade, WoO
⢠Wächterlied in der Neujahrsnacht, WoO
⢠Zum 31. August 1900, WoO
Literatur
⢠Matthias Falke: Die Symphonie zwischen Schumann und Brahms. Studien zu Max Bruch und Robert Volkmann. Berlin 2006, ISBN 978-3-936637-09-0.
⢠Karl-Gustav Fellerer: Max Bruch (1838â1920). In: Rheinische Lebensbilder, Band 5. Hrsg. von Bernhard Poll. Rheinland Verlag, KĂśln 1973, S. 175â190.
⢠Ders.: Max Bruch 1838â1920. In: Beiträge zur Rheinischen Musikgeschichte. Heft 103, KĂśln 1974.
⢠Christopher Fifield: Max Bruch, His Life and Works. London 1988, ergänzte Neuauflage 2005, ISBN 1-84383-136-8.
⢠Ders.: Max Bruch, Biographie eines Komponisten. Aus d. Engl. von Renate Maria Wendel, Zßrich 1990, ISBN 3-7263-6616-4.
⢠Dietrich Kämper (Hrsg.): Max-Bruch-Studien. Zum 50. Todestag des Komponisten. KÜln 1970, In: Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte. Heft 87.
⢠Hildegard Neuhauser: Musikpflege in Bergisch Gladbach im 19. Jahrhundert â die Unternehmerin Maria Zanders und der Komponist Max Bruch. Fernwald 2004, ISBN 3-929379-12-0.
⢠Dies. (Hrsg.): Noch eines, lieber Freund!⌠Briefe des rheinischen Komponisten Max Bruch an den Kaiserlichen Musikdirektor Arnold Kroegel in KĂśln (1900â1920). mbv, Berlin 2008, ISBN 978-3-86664-384-0.
⢠Alfons Ott: Bruch, Max Karl August. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 641â642 (deutsche-biographie.de).
⢠Magdalene Christ, Albert EĂer: Bergisch Gladbach â Ein Ort fĂźr Max Bruch. BegleitbroschĂźre zur gleichnamigen Ausstellung im Rahmen des Max-Bruch-Musik-Festivals mit Exponaten aus dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach und dem Max-Bruch-Archiv in der Stiftung Zanders vom 13.10.â17. November 2013, Bergisch Gladbach 2013.
⢠Hans Huchzermeyer: Studien zur Musik- und Kulturgeschichte Berlins, Pommerns und OstpreuĂens im 19. und frĂźhen 20. Jahrhundert. Franz W. Ressel: Violinist in Berlin â Rohloff-Familie: Lehrerorganisten in Pommern â Ernst Maschke: Kirchenmusiker in KĂśnigsberg/PreuĂen â Maschke-Latte: Porträt einer jĂźdisch-christlichen KĂśnigsberger Familie, Minden 2013, ISBN 978-3-00-041716-0, S. 149â157, 186â201.
Dokumente
⢠Briefe von Max Bruch befinden sich im Bestand des Leipziger Musikverlages C. F. Peters im Staatsarchiv Leipzig.
⢠Durch die langjährige Freundschaft mit der Familie Zanders befindet sich ein umfangreiches Autographen-, Noten- und Briefearchiv in der Stiftung Zanders, Bergisch Gladbach.cite-ref-136[136]
⢠Der gesamte Nachlass Bruchs mit zahlreichen Autographen, persÜnlichen Gegenständen sowie Briefen von und an den Komponisten befindet sich im Max Bruch-Archiv am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu KÜln.
Weblinks
Commons
: Max Bruch
â Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikisource: Max Bruch
â Quellen und Volltexte
⢠Literatur von und ßber Max Bruch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Max Bruch in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Noten und Audiodateien von Max Bruch im International Music Score Library Project
⢠Gemeinfreie Noten von Max Bruch in der Choral Public Domain Library â ChoralWiki (englisch)
⢠Werke von Max Bruch beim Mutopia-Projekt
⢠Sämtliche Lieder (Notenausgabe). Verlag Dohr, abgerufen am 24. Oktober 2024.
⢠Deutsche Max-Bruch-Gesellschaft-Sondershausen e. V.
⢠Nachlass von Max Bruch mit Musik- und Briefautographen im Max Bruch-Archiv der Universität zu KÜln
⢠Niklas Rudolph: 02.10.1920 â Todestag des Komponisten Max Bruch WDR ZeitZeichen vom 2. Oktober 2020. (Podcast)
⢠Uwe Baur: Max Bruch, In: Internetportal Rheinische Geschichte
⢠Korrespondenznachlass an der Staatsbibliothek zu Berlin
Einzelnachweise
cite-note-11. â Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, Zweitschrift der Zivilstandsregister der BĂźrgermeisterei KĂśln, Geburten 1838 (Nr. 44/1838); Landesarchiv Berlin, Sterberegister Berlin-Friedenau (zurĂźckgefĂźhrtes Erstregister) 1920 (Nr. 348/1920)
cite-note-22. â Virtual International Authority File, ID:2655561 Abgerufen am 29. Mai 2017
cite-note-33. â Eintrag in der Deutschen Biographie Abgerufen am 21. Februar 2025
cite-note-44. â Christopher Fifield, 1990, S. 13â14
cite-note-55. â Christopher Fifield, 1990, S. 15, Anm. 1
cite-note-kuj-66. â Max Bruch: Kindheit und Jugendjahre am Rhein
cite-note-fifield-17-77. â Christopher Fifield, 1990, S. 17
cite-note-88. â Christopher Fifield, 1990, S. 17â18
cite-note-99. â Brief an die Mutter, Herbst 1850
cite-note-1010. â Albert EĂer: Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte. Stadtarchiv Bergisch Gladbach 2006, Seite 298, ISBN 3-9804448-6-4
cite-note-fifield-88-104-1111. â Christopher Fifield, 1990, S. 88â104
cite-note-brief-1212. â Brief an die Mutter, 6. Oktober 1850
cite-note-1313. â Christopher Fifield, 1990, S. 18â19
cite-note-1414. â Brief von Bruch an Hiller, 29. Dezember 1852
cite-note-1515. â "Rheinische Musikzeitung", 12. März 1852
cite-note-1616. â Christopher Fifield, 1990, S. 19â21
cite-note-1717. â Christopher Fifield, 1990, S. 22
cite-note-1818. â Christopher Fifield, 1990, S. 25
cite-note-1919. â Niederrheinische Musikzeitung, Nr. 5, 1857
cite-note-2020. â Christopher Fifield, 1990, S. 25â26
cite-note-2121. â Christopher Fifield, 1990, S. 26
cite-note-2222. â Christopher Fifield, 1990, S. 26â28
cite-note-fifield-28-2323. â Christopher Fifield, 1990, S. 28
cite-note-2424. â Christopher Fifield, 1990, S. 28â29
cite-note-2525. â Christopher Fifield, 1990, S. 29
cite-note-2626. â Christopher Fifield, 1990, S. 29â30
cite-note-fifield-30-2727. â Christopher Fifield, 1990, S. 30
cite-note-2828. â Christopher Fifield, 1990, S. 31
cite-note-2929. â Christopher Fifield, 1990, S. 31ff.
cite-note-3030. â Christopher Fifield, 1990, S. 33â43
cite-note-3131. â Christopher Fifield, 1990, S. 44â54
cite-note-3232. â Christopher Fifield, 1990, S. 44â46
cite-note-3333. â Christopher Fifield, 1990, S. 47â48
cite-note-3434. â Christopher Fifield, 1990, S. 48â51
cite-note-3535. â Christopher Fifield, 1990, S. 51â54
cite-note-3636. â Christopher Fifield, 1990, S. 52â54
cite-note-3737. â Christopher Fifield, 1990, S. 55â73
cite-note-3838. â Christopher Fifield, 1990, S. 58â73
cite-note-3939. â Christopher Fifield, 1990, S. 74
cite-note-4040. â Christopher Fifield, 1990, S. 85â87
cite-note-4141. â Brief an von Beckerath, 20. November 1868
cite-note-4242. â Christopher Fifield, 1990, S. 74â87
cite-note-4343. â Christopher Fifield, 1990, S. 78â81
cite-note-4444. â Christopher Fifield, 1990, S. 105
cite-note-4545. â Das Sondershäuser Museumskränzchen stiftete 1922 eine Gedenktafel mit einem Motiv aus dem 1. Violinkonzert (op. 26), das in Sondershausen vollendet wurde. (Max Bruch-Gedenktafel, in Der Deutsche. ThĂźringer Tageblatt 1922, Nr. 130. Vgl. dazu auch Residenzstadt Sondershausen. Beiträge zur Musikgeschichte. (ISBN 3-9808465-6-3) S. 122.)
cite-note-4646. â Christopher Fifield, 1990, S. 88â104
cite-note-4747. â Christopher Fifield, 1990, S. 105â119
cite-note-4848. â Christopher Fifield, 1990, S. 111â112
cite-note-4949. â Christopher Fifield, 1990, S. 112â113
cite-note-5050. â Christopher Fifield, 1990, S. 114â115
cite-note-5151. â Christopher Fifield, 1990, S. 113â119
cite-note-5252. â Christopher Fifield, 1990, S. 120â136
cite-note-5353. â Christopher Fifield, 1990, S. 120â126
cite-note-5454. â Christopher Fifield, 1990, S. 126â129
cite-note-5555. â Christopher Fifield, 1990, S. 129â136
cite-note-5656. â Christopher Fifield, 1990, S. 137â154
cite-note-5757. â Christopher Fifield, 1990, S. 140â141
cite-note-5858. â Christopher Fifield, 1990, S. 143â147
cite-note-5959. â Christopher Fifield, 1990, S. 147â154
cite-note-6060. â Christopher Fifield, 1990, S. 155â170
cite-note-6161. â Christopher Fifield, 1990, S. 155â161
cite-note-6262. â Christopher Fifield, 1990, S. 162â167
cite-note-6363. â Christopher Fifield, 1990, S. 167â170
cite-note-6464. â Christopher Fifield, 1990, S. 10
cite-note-6565. â Christopher Fifield, 1990, S. 210
cite-note-fifield-214-6666. â Christopher Fifield, 1990, S. 214
cite-note-fifield-300-301-6767. â Christopher Fifield, 1990, S. 300â301
cite-note-6868. â Christopher Fifield, 1990, S. 171â198
cite-note-6969. â Christopher Fifield, 1990, S. 184
cite-note-7070. â Christopher Fifield, 1990, S. 199â219
cite-note-7171. â Christopher Fifield, 1990, S. 199â203
cite-note-7272. â Christopher Fifield, 1990, S. 201â203
cite-note-7373. â CD-Beilage Naxos 8.555985, Bruch: 3. Sinfonie etc., Hungarian State Symphony Orch., Manfred Honeck. Text: Keith Anderson
cite-note-7474. â Christopher Fifield, 1990, S. 206â209
cite-note-7575. â Christopher Fifield, 1990, S. 212
cite-note-7676. â Christopher Fifield, 1990, S. 212â214
cite-note-7777. â Christopher Fifield, 1990, S. 214â218
cite-note-7878. â Christopher Fifield, 1990, S. 218â222
cite-note-7979. â Christopher Fifield, 1990, S. 222â225
cite-note-8080. â Christopher Fifield, 1990, S. 225â229
cite-note-8181. â Christopher Fifield, 1990, S. 230â319
cite-note-8282. â Brief an Simrock, 12. Dezember 1890
cite-note-8383. â Christopher Fifield, 1990, S. 230â231
cite-note-8484. â Christopher Fifield, 1990, S. 231â235
cite-note-8585. â Christopher Fifield, 1990, S. 235â236
cite-note-8686. â Brief an Simrock, 22. März 1892
cite-note-8787. â Christopher Fifield, 1990, S. 236â239
cite-note-8888. â Christopher Fifield, 1990, S. 240
cite-note-8989. â Christopher Fifield, 1990, S. 240â245
cite-note-9090. â Christopher Fifield, 1990, S. 245â246
cite-note-fifield-246-9191. â Christopher Fifield, 1990, S. 246
cite-note-9292. â Christopher Fifield, 1990, S. 248â252
cite-note-9393. â Bruch an Simrock, 13. Februar 1895
cite-note-9494. â Christopher Fifield, 1990, S. 252
cite-note-9595. â Brief an Simrock, 13. November 1894
cite-note-9696. â Christopher Fifield, 1990, S. 252â253
cite-note-9797. â Christopher Fifield, 1990, S. 253â254
cite-note-9898. â Christopher Fifield, 1990, S. 255
cite-note-fifield-266-268-9999. â Christopher Fifield, 1990, S. 266â268
cite-note-100100. â Christopher Fifield, 1990, S. 255â256
cite-note-101101. â Christopher Fifield, 1990, S. 265
cite-note-102102. â Christopher Fifield, 1990, S. 265â266
cite-note-103103. â Christopher Fifield, 1990, S. 268â269
cite-note-104104. â Christopher Fifield, 1990, S. 268ff.
cite-note-105105. â Christopher Fifield, 1990, S. 270â272
cite-note-106106. â Serenade for violin and orchestra Op. 75
cite-note-107107. â Christopher Fifield, 1990, S. 273â277
cite-note-108108. â Christopher Fifield, 1990, S. 277
cite-note-109109. â Christopher Fifield, 1990, S. 277â281
cite-note-110110. â Christopher Fifield, 1990, S. 283
cite-note-111111. â Christopher Fifield, 1990, S. 287
cite-note-112112. â Christopher Fifield, 1990, S. 288â290
cite-note-113113. â Christopher Fifield, 1990, S. 291â295
cite-note-114114. â Christopher Fifield, 1990, S. 298â299
cite-note-115115. â Christopher Fifield, 1990, S. 301
cite-note-116116. â Christopher Fifield, 1990, S. 303â304
cite-note-117117. â Christopher Fifield, 1990, S. 304â309
cite-note-118118. â Christopher Fifield, 1990, S. 309â311
cite-note-119119. â Christopher Fifield, 1990, S. 311â312
cite-note-120120. â Christopher Fifield, 1990, S. 313â314
cite-note-121121. â Christopher Fifield, 1990, S. 314â315
cite-note-122122. â Christopher Fifield, 1990, S. 315â316
cite-note-123123. â Christopher Fifield, 1990, S. 315
cite-note-124124. â Christopher Fifield, 1990, S. 317â318
cite-note-125125. â Matthias NĂśther: Tragisches One-Hit-Wonder (Deutschlandfunk vom 2. Oktober 2020 â Sendung anlässlich seines 100. Todestages)
cite-note-126126. â Christopher Fifield, 1990, S. 318â319
cite-note-128128. â Prager Tagblatt vom 18. September 1914, Seite 6. Zitiert nach ?
cite-note-129129. â Vgl. Magdalene Christ und Albert EĂer: Bergisch Gladbach. Ein Ort fĂźr Max Bruch, Bergisch Gladbach 2013.
cite-note-130130. â Gisela Schwarz: Ein Wunderkind der Romantik KĂślner Stadt-Anzeiger, 4. Januar 2013.
cite-note-131131. â Konrad Adenauer, Volker GrĂśbe: StraĂen und Plätze in Lindenthal. J. P. Bachem, KĂśln 1992, ISBN 3-7616-1018-1, S. 107 ff.
cite-note-132132. â Lexikon bedeutender Burschenschafter und anderer Korporierter abgerufen am 25. Oktober 2017
cite-note-133133. â siehe [1].
cite-note-134134. â Vgl. dazu Fifield: Max Bruch, Biographie eines Komponisten, S. 17
cite-note-135135. â siehe: Neue alte Kammermusik von Max Bruch Der Reiz des Unentdeckten [2] sowie die Rezension: Max Bruch, Complete String Quartets [3]
cite-note-136136. â Stiftung Zanders, Bestand MB Nr.1-76